
Dr. Bernhard Ehler bei seinem Referat
Das geistliche Leben des Priesters stand im Mittelpunkt der Deutschsprachigen Regentenkonferenz, die vom 20. bis zum 24. März 2006 in der thüringischen Bischofsstadt Erfurt stattfand. Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden), P. Dr. Günter Niehüser ISch (Vallendar – Schönstatt) und Direktor Dr. Bernhard Ehler (Augsburg) referierten zum Thema und fokussierten es aus der Perspektive ihrer wissenschaftlichen und beruflichen Erfahrung.
Prof. Gerl-Falkovitz antwortete in ihrem Grundsatzreferat auf die Frage, welche Spiritualität vom Weltpriester erwartet werde, mit der These, seine Geistigkeit müsse sich in Lebendigkeit darstellen; wie dem Leben seien auch dem Glauben Spannungsbögen, befruchtende Gegensätze, »schwingender Ruhe« eigen. An verschiedenen Beispielen führte die Referentin ihre These aus, wie beispielsweise an den Spannungsbögen Unzulänglichkeit – Vollmacht und Profil – Anonymität.
P. Dr. Günter Niehüser widmete sich der Themenstellung »Eine Spiritualität, die ein Leben lang trägt«. Er entwickelte seine Thesen aus der Perspektive der Formation (erziehende Ausbildung). Unter anderem forderte er für das geistliche Leben des Priesters einen klaren Fokus (Gott ins Spiel bringen), ein biografisches Bewußtsein (Lebensgeschichte als Heilsgeschichte), einen persönlich geprägten Stil und die »erwachsene« (innengeleitete) Nachfolge.

Bischof Wanke (Erfurt) im Gespräch mit den deutschsprachigen Regenten. Rechts Dr. Baur (München)
Dr. Bernhard Ehler referierte über die »Einübung der spirituellen Bausteine in der Priesterausbildung«. Er stellte zunächst das Ziel vor Augen: Eine tragfähige Spiritualität, die nicht eine Zugabe, sondern ein durchgehendes Wesenselement des priesterlichen Dienstes darstellt. Dieses Ziel mit den entsprechenden Mitteln anzustreben, sei die Aufgabe nicht nur der Ausbildung, sondern des ganzen Lebens; ihre Erfüllung hänge unmittelbar mit der Entschiedenheit der Gottesbeziehung zusammen.
Am Ende des thematischen Teils der Konferenz konnte der Vorsitzende Dr. Frans Joseph Baur (München) den Referenten und den Teilnehmern für ihre intensive und ertragreiche Arbeit danken.
Die deutschen Regenten wählten in Erfurt Dr. Andreas Tapken (Münster) als Nachfolger des zum Weihbischof in Trier ernannten Dr. Stephan Ackermann zum stellvertretenden Vorsitzenden ihrer Konferenz.
Die deutschsprachige Regentenkonferenz findet im Wechsel mit der deutschen Regentenkonferenz statt; sie wird dann durch die Leiter der Priesterseminare aus Österreich und der Schweiz erweitert.

