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Am 20. März 2009 ging die Jahrestagung der Deutschen Regentenkonferenz in Münster zu Ende. Die Leiter der deutschen Priesterseminare hatten sich intensiv mit dem Thema „Geistliche Vaterschaft in einer vaterlosen Gesellschaft“ beschäftigt.

Vor allem junge Männer tun sich heute schwer, Väterlichkeit und Männlichkeit für sich zu definieren.

Die Regenten vermieden bewusst stereotype Rollenmuster. Es wurde klar, das Priester in sich sowohl eher weiblich konnotierte Fähigkeiten (Empathie, Zuwendung, etc.) als auch „typisch“ männliche Charakteristika (Durchsetzungsstärke, Gestaltungswillen, Mut…) vereinen.

In der Priesterausbildung sollen Risikobereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit im Rahmen der zölibatären Berufung, ein natürlicher Umgang mit Frauen gefördert werden.

In der aktuellen Lage sind es vor allem die weiter gesunkenen Zahlen an Priesterkandidaten, die der Konferenz Sorge machen. Die Regenten wollen deshalb die Bestrebungen zu einer verstärkten Konzentration in der Priesterbildung unterstützen, da sich Kooperationen vielerorts schon gut bewährt haben.

An der laufenden Studienreform sind die Regenten in mehrerer Hinsicht beteiligt. Sie arbeiten in den Gutachtergruppen mit, die im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens eine Beurteilung der modularisierten Studiengänge vornehmen werden. In den Anforderungen an das modularisierte Theologiestudium ist auch die Möglichkeit eines externen Studienjahres vorgesehen. Hier wurde das wichtige Anliegen der Priesterbildung deutlich, dass dieses externe Jahr wie bisher im 3. Studienjahr realisierbar sein soll. Nur dann ist der Rhythmus, sich auf eine auswärtige Erfahrung einzulassen und dann erneut und bewusst ins Heimatseminar zurückzukehren, sinnvoll. Eine Arbeitsgruppe wurde mit der Erstellung eines entsprechenden Gutachtens beauftragt.

Zum Vorsitzenden der Deutschen Regentenkonferenz wurde der Münchener Regens Msgr. Dr. Franz Joseph Baur für eine zweite vierjährige Amtszeit wiedergewählt.