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Statistik der Deutschen Regentenkonferenz 2012

Bei der Betrachtung der Statistik fällt die enorme Fluktuation bei der Gesamtzahl der Priesterkandidaten besonders auf. Ein Fünftel aller Seminaristen von 2011 haben das Seminar ohne Weihe verlassen. Bei der Interpretation dieser Zahlen muss man allerdings genau hinschauen: Bei vielen Austritten mag das bedeuten, dass die Priesterseminare ihren Zweck gut erfüllen, und die beiderseitige Überprüfung stattfindet, ob der Berufswunsch realistisch ist und trägt. Doch es scheinen sich darin auch die heutigen Schwierigkeiten mit langfristiger Bindung und nachhaltiger Entschiedenheit zu spiegeln.

Die Regenten bauen weiterhin auf die Treue Gottes und glauben, dass er sein Volk nicht im Stich lässt. Wenn die Zahlen als „Zeichen der Zeit“ gelesen werden, stellt sich die Frage, wie es weitergehen kann mit so wenig Priesternachwuchs. Den Hirtendienst der Priester grundsätzlich in Frage zu stellen, scheint theologisch und geistlich nicht verantwortbar zu sein. Die Gemeinden in ihrer bisherigen Verfasstheit mit Priestern (und ergänzenden pastoralen Kräften) zu versorgen, ist mangels Nachwuchs schlicht nicht zu machen. Daher sind wirklich neue Überlegungen und neue Aufbrüche an der Zeit, um der Präsenz des Evangeliums unter den Menschen und dem gelebten Glauben in der heutigen Welt eine neue Form zu geben.

Eine – für unsere Gegend noch neue und unvertraute – Form des kirchlichen Lebens sind die kleinen christlichen Gemeinschaften, von denen auch viel auf der Bischofssynode für die neue Evangelisierung die Rede war. Für die Regenten heißt dies, sich auch selbst vertraut zu machen mit diesen „neuen“ Formen des Gemeindeaufbaus und zugleich dafür zu sorgen, dass in den Priesterseminaren auch weiterhin ein verlässlicher und klarer Rahmen für die Priesterausbildung bereit gestellt ist.

Regens Franz-Joseph Baur, Vorsitzender der Regentenkonferenz Deutschlands